Liebe

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Liebe das Leben - Das Leben liebt Dich!

Auszug aus dem Buch von:
 Leo Buscaglia

 
Was uns an einem anderen Menschen anzieht, ist seine Einzigartigkeit. Anstatt uns daran zu freuen, versuchen wir, ihn in eine bestimmte Kategorie einzuordnen, und verlangen, dass er sich entsprechend verhält. Wie viel besser wäre es, wir begrüben alle diese Erwartungen und stellten uns auf die Persönlichkeit ein, die wir lieben – als den bemerkenswerten und unnachahmlichen Menschen, der er ist, als das Individuum, das uns so nie wieder begegnen wird.
Wie glücklich sind wir, wenn jemand uns sagt, dass er gerade die Qualitäten schätzt, die uns vor anderen auszeichnen. Wir können einem anderen Menschen kein schöneres Kompliment machen, als ihm zu zeigen, dass wir seinen Beitrag im Rahmen unseres Zusammenlebens als etwas Besonderes und Einzigartiges schätzen.
Ich glaube, dass alles an einem jeden von uns einzigartig und unwiederholbar ist. Es gibt genügend äußere Kräfte die regulierend eingreifen, uns in die verschiedensten Richtungen treiben, für uns denken und uns zu "Objekten" machen, aber dennoch haben wir immer die Möglichkeit, uns dagegen zu wehren und auf eine ganz persönliche Weise auf alle äußeren Einflüsse zu reagieren.
Es ist augenscheinlich viel weniger anstrengend, die Menschen in Kategorien einzuordnen, als sie so zu sehen, wie sie wirklich sind. Aber wenn wir die besonderen Qualitäten anderer zu erkennen suchen und uns dran freuen, dann fühlen wir uns ihnen nicht nur näher, sondern bereichern uns durch diese Erfahrung auch selbst.

 

 
Wenn ich das nächste Mal glaube, Dir etwas Negatives oder Hässliches sagen zu müssen, werde ich es herunterschlucken und schweigen. Dass ich Dich liebe, gibt mir nicht das Recht für Grobheiten.
Wenn ich nicht großzügig und hilfsbereit sein kann, werde ich wenigstens versuchen, Dir nicht im Wege zu stehen. Dich zu lieben bedeutet, dass ich wünsche, Dich wachsen zu sehen.
Ich werde Dich nicht mit meinen Problemen belasten. Ich bin sicher, Du hast selbst genug Probleme und kannst auf meine verzichten. Meine Liebe soll Dein Leben vereinfachen, aber nicht noch komplizierter machen.
Ich darf niemandem die Schuld für mein Versagen geben. Da ich als erwachsener Mensch meine Entscheidungen selbst verantworte, liegt es nur an mir, wenn sie falsch gewesen sind.
Ich will nichts verlangen. Wünschen und Verlangen sind zwei verschiedene Dinge. Das eine lässt uns hoffen, das andere führt zu Enttäuschungen. Die Liebe fordert nichts.
  
Sich verlassen zu fühlen, ist eine schmerzliche Erfahrung. Wenn wir in diesen Zustand geraten sind, braucht es eine gewisse Zeit, um das seelische Gleichgewicht wiederzufinden. Aber diese Zeit gibt uns zugleich die Möglichkeit, innerlich zu wachsen, aus unseren Fehlern zu lernen, denn nun sind wir gezwungen, uns und die Welt, die wir für uns geschaffen haben, zu prüfen und zu bewerten, uns um Selbsterkenntnis zu bemühen.
Menschen zu haben, die uns etwas bedeuten und die uns lieben, ist etwas Wunderbares. Ohne sie können wir nie ganz glücklich sein. Aber wir dürfen uns nicht so vollständig von ihnen abhängig machen, dass wir das Gefühl für unsere Eigenart verlieren. Es sollte immer einen Bereich geben, der nur uns allein gehört.
 
Kürzlich sprach ich mit einer Frau, die mir sagte: "Ich bin eine hässliche, unglückliche, uninteressante und einsame Frau. Wer könnte einen Menschen wie mich lieben?" Ich dachte traurig: Nur jemand, der sich nach einer hässlichen, unglücklichen, uninteressanten und einsamen Frau sehnt.
  
Was wären wir ohne unsere Träume? Wie könnten wir auch nur einen einzigen Tag ohne sie auskommen?
Man sagt mir natürlich, gesunde Menschen stünden auf dem Boden der Tatsachen, es sei sehr gefährlich, sich Illusionen zu machen. Das Leben in dieser Welt sei eine ernste Sache und nichts für Träumer. Nun, das glaube ich nicht. Solange wir den Unterschied zwischen Illusionen und Selbstbetrug beachten, wird es kein Problem sein.
 
Eine ermutigende Absage an Resignation, Verbitterung und Selbstaufgabe – und ein leidenschaftliches Plädoyer für die Liebe.
 
 
 
 
 
 
Nur wer bereit ist, leidenschaftlich zu lieben, nur wer lernt, sich unverkrampft dem Leben zu öffnen, vermag ganz Mensch zu sein und seinen Weg zu persönlicher Erfüllung und wirklichem Glück zu finden.
Das mag ganz einfach klingen. Und doch ist es alles andere als eine Selbstverständlichkeit – heute, in unserer von Hast, Egoismus und Kälte, von Unachtsamkeit und Lieblosigkeit geprägten Zeit.
Wir müssen erst wieder fähig werden, allem, was uns umgibt, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen zu lassen, die es verdient. Mit einem Wort: Wir müssen wieder lernen, was Liebe wirklich heißt.
 
 
 
 

 

Freundschaft
 

 
Ich glaube, die Liebe ist etwas, in das wir hineinwachsen müssen. Sie überfällt und verlässt uns nicht plötzlich. Ich glaube auch, dass sie sich nicht durch die Definitionen eines einzelnen eingrenzen lässt. Niemand kann verlangen, dass sie bestimmte Forderungen erfüllt. 
Wenn wir aufhören zu erwarten, besitzen wir alle Dinge. Wenn wir nichts erwarten, haben wir immer Grund zur Freude. Solange wir etwas erwarten, werden sich unsere Erwartungen ständig steigern, gleichgültig, wie viel wir bekommen. Wir können hoffen, von allen Menschen geliebt zu werden, die uns begegnen, aber wir dürfen es nicht erwarten.
Wenn wir das erkennen, befreien wir uns selbst und andere von der Last, unseren Erwartungen entsprechen zu müssen.
Wer sagt: "Du musst mich lieben, ich bin deine Frau, dein Mann, deine Mutter, dein Bruder, dein Geliebter...", der vergisst, dass die Liebe ein Geschenk ist. Sosehr wir auch danach verlangen, wir empfangen sie nur, wenn sie freiwillig gegeben wird.
Wir verknüpfen die meisten Beziehungen zunächst mit bestimmten Erwartungen, die im Lauf der Zeit in uns entstanden sind, und warten auf die Begegnung mit dem Menschen, der sie erfüllen wird.

 

Jeder, der ohne einen wahren Freund durchs Leben geht, verzichtet auf eine der beglückendsten und faszinierendsten Erfahrungen. Viele Menschen verbringen das ganze Leben unter Fremden und müssen einsam sterben, weil sie nie einen wirklichen Freund gefunden haben.
Wir Menschen haben das instinktive Bedürfnis, einander nahe zu sein. Wir sind ständig von anderen umgeben, von Leuten, die wir oberflächlich kennen, denen wir gelegentlich begegnen oder mit denen wir täglich für kurze Zeit zusammenkommen. Einige von ihnen bezeichnen wir als Freunde, aber in Wirklichkeit sind es nur Bekannte. Einen Freund zu haben, bedeutet etwas ganz anderes. Aristoteles nennt die Freundschaft "eine Seele in zwei Körpern".
 
 
 
 
 
 
Ein Mann hat mir einmal gesagt, die Liebe seines Hundes sei die einzige Liebe, auf die er sich verlassen könne. Er erklärte: "Wenn ich nach Hause komme, werde ich freudig von ihm begrüßt. Er freut sich, wenn ich ihn streichle. Er ist immer bereit, mir zu vergeben, und er ist immer da, wenn ich ihn brauche. Er liebt mich bedingungslos." Das ist eine bemerkenswerte Aussage!
 
 
 
 
 
 
In unseren zwischenmenschlichen Beziehungen finden wir nur selten eine so bedingungslose Liebe, und oft müssen wir uns fragen, ob wir von den Menschen, die uns am nächsten stehen, auch wirklich geliebt werden. Da wir die Liebe immer wieder nach anderen Kriterien messen, weil wir sie täglich anders erleben, ist es nicht ungewöhnlich, dass wir uns die Frage stellen, ob wir geliebt werden oder nicht.
 
 
 
 
 
 
Eine Frau sagt zu ihrem Mann (oder umgekehrt):
"Liebst Du mich?"
"Warum?" Sie drängt auf eine entschiedenere Antwort.

"Was heißt das, warum? Ich bin seit zwanzig Jahren mit Dir verheiratet. Genügt das nicht?"

Was würden wir dazu sagen, wenn ein Gast auf die Frage, wie ihm der ausgesuchte Wein schmecke, den wir ihm zu trinken geben, "Nun, ich trinke ihn doch" antwortete?

"Natürlich", antwortet er.
 
 
 
 
 
 
Die Liebe ist etwas sehr Zartes, Komplexes und Persönliches. Die Liebe ist so umfassend wie das Leben selbst, und wenn wir versuchen, sie zu definieren, grenzen wir sie schließlich ein. Wir können jedoch versuchen, sie zu beschreiben, und werden sie dann vielleicht besser verstehen. Eine der schönsten Beschreibungen der Liebe, die ich je gelesen habe, steht im ersten Korintherbrief, und so bekannt diese Verse sein mögen, es lohnt sich, sie zu wiederholen:
"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe ist nicht eifersüchtig, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verletzt nicht den Anstand, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie trägt das Böse nicht nach, sie freut sich nicht über das Unrecht, sie freut sich vielmehr an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf...Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen." 

Jede neue Begegnung ist der Beginn eines neuen Abschieds. Nichts ist von ewiger Dauer. Aber jedes Ende kann auch ein neuer Anfang, jeder Abschied auch ein neuer Willkommensgruss sein. 


 Leo Buscaglia

Leo Buscaglia, Professor an der Universität von Südkalifornien, ist ein leidenschaftlicher Lehrer und weltweit gefragter Gesprächspartner in den Medien. In seinen Büchern, Vorlesungen und Vorträgen beschreibt er den Weg zu einer ganzheitlichen Persönlichkeit, die die Herausforderungen des Lebens annimmt und meistert.

Leo Buscaglia verrät das Geheimnis der echten Lebensfreude: Die Liebe zu den einfachen Dingen des Lebens und zu den Menschen. Er zeigt auf einfache und leichte Weise, wie man sie auch im Alltag wieder empfinden kann.


 

 


 

 

 



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